Dirk Brömmel – „Wiesn 20/21“

Der Titel der Ausstellung „Wiesn 20/21“ bezieht sich auf 9 der ausgestellten 14 Werke. In einer Bild-Recherche zum Thema „Wiesn“ hatte sich Dirk Brömmel einen Überblick über die Bierzelt- und Fahrgeschäftsbetreiber des Münchner Oktoberfests verschafft. Er ging anhand eines Lageplans die Plätze und Ausrichtungen einzelner Attraktionen des Oktoberfestes vor Ort ab, nachdem dieses im Jahr 2019 abgesagt worden war. Der Lageplan war angefertigt worden, als noch niemand ahnte, dass wenige Monate später eine Pandemie das Leben so, wie wir es bis dahin gewohnt waren, zum Erliegen bringen würde. Das Oktoberfest konnte zum ersten Mal seit 1949 nicht stattfinden. Dirk Brömmel suchte Bilder aus den Medien, die einen Querschnitt durch das bunte Treiben gaben und legte diese dann in der in seinem Werk immer weiter entwickelten Technik über eigene, in diesem Falle leere Platz-Aussenaufnahmen. Er lässt das Alte sich förmlich durch das Neue „hindurchwinden“ und gibt so dem Betrachter Spielraum für eigene Wahrnehmung im Grenzbereich von Epochen, zwischen Fülle und Leere, zwischen Erinnerung und Gegenwart.

Hinzu kommen die Burgen Ehrenfels und die Rheinstein. Dirk Brömmel, der am Rhein aufgewachsen ist, bricht hier mit der Tradition der Romantik und den „Postkartenidyllen“. Er nutzt die Dazzle-Technik, mit der im ersten Welt-Krieg Schiffe in einer Weise gestaltet wurden, die den Feind optisch zu verwirren versuchten. Damit rückt er die Funktion der Bauten als Architektur, als Wehranlagen in den Vordergrund und drängt die seit der Romantik besonders inszenierte Einbettung in die Natur zurück.

Die Ausstellung runden drei Tretboote aus der „kopfüber-Serie“ ab. Sie sind in Prag entstanden und stellen die jüngsten Beispiele der Serie dar, mit der Dirk Brömmel einst einen hohen Bekanntheitsgrad erlangte.

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In an image research on the subject of Wiesn“, Dirk Brömmel obtained an overview of the beer tent and ride operators at the Munich Oktoberfest. Using a map of the Oktoberfest 2019, he determined the locations and orientation of individual attractions, a map that was drawn up when nobody suspected that a few months later a pandemic would bring life – as we had been used to until then – to a standstill . Oktoberfest has been canceled for the first time since 1949. With a selection of older pictures that give a cross-section of the hustle and bustle, which he superimposed on his own recordings from the period of the canceled Oktoberfest using the technique that was constantly being developed in his work, he literally lets the old “wind” through the new . He gives the viewer scope for his own perception in the border area of ​​epochs, between fullness and emptiness, between memory and the present.

There are also the castles of Ehrenfels and Rheinstein. Dirk Brömmel, who grew up on the Rhine, breaks with the tradition of romanticism and the „postcard idyll“. He uses the dazzle technique used in World War I to design ships in a way that attempted to visually confuse the enemy. In doing so, he puts the function of the buildings as architecture, as fortifications, in the foreground and pushes back the embedding in nature, which has been particularly staged since Romanticism.

The exhibition is rounded off by three pedal boats from the „upside down series“. They were created in Prague and represent the most recent examples of the series with which Dirk Brömmel once achieved a high degree of fame.