2021 „Naviguer à Vue“ – Julien Roux

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Julien Roux, „NAVIGUER À VUE“. Von Tel Aviv nach Hamburg.
Eröffnung: Freitag, 11. Juni 2021, ab 17 Uhr ohne Termin und Test unter Einhaltung der Corona Vorschriften. (Da nur eine beschränkte Anzahl Personen in der Galerie sein dürfen, kann es zu Wartezeiten kommen)
Private View: Donnerstag, 10. Juni 2021 (nur mit Termin)

Ausstellungsdauer bis 31. Juli 2021

Naviguer à Vue, Segeln auf Sicht, eine Ausstellung mit Zeichnungen, Kartoons und monumentalem Wandgemälde an der Stirnwand der Galerie, greift zum einen Momente des seit einem Jahr vorherrschenden Lebensstils auf, wie sie die 4teilige Arbeit FEAR (Zeichnung je 29,7 x 21 cm, Pinselzeichnung auf Papier) dem Betrachter vor Augen führt: Leute sind in Schachteln ordentlich und alle in eine Richtung blickend förmlich gestapelt, wobei die Schachteln sich bei näherem Hinsehen als Häuser entpuppen. Die Arbeit ist Teil einer Serie, die in der Vielzahl der Blätter auf den anderen Aspekt des Titels hinweist, nämlich den Akt des Zeichnens selbst. Der Zeichner, so Julien Roux, ist mit einem Tier vergleichbar, das auf dem Boden kriechend immer wieder Dinge entdeckt, die sich am Ende zu Serien zusammenschließen.

Dazu gehören auch die „Wandering Jews“, schwarzweiß auf weißem Papier, ein altes Bildmotiv, das sich auf das Schicksal der Juden als wanderndes Volk bezieht. Es bringt ein Lebensgefühl zum Ausdruck, insbesondere auch im Leben des Künstlers, der Atheist ist, aber seit Jahren in Israel lebt, nämlich das des unsteten Wanderns, den Trieb zu Wandern, zuweilen aber auch die Unfähigkeit, es wirklich zu tun, wie sich durch Pflanzen in den Zeichnungen ausdrückt, die aus den Knien sprießen.

Wiederkehrende Themenkomplexe in der Ausstellung sind Musik, Tanz, Tiere. Die Serie der Fische ist aus demselben Gedanken wie seine botanischen Studien entstanden, nur dass es sich weniger um grafische Übersetzungen handelt, als um eine malerische Annäherung an die Typologie. Die Zeichnungen mit Pinsel auf Reispapier sprechen von der Schönheit, dem Charakter, der Schnelligkeit und der Hypersensibilität dieser Tiere, wie Roux sie bei Tauchgängen beobachtet hat.

Das Thema Musik ist immer mehr oder weniger präsent. Dabei spielt insbesondere die Trompete eine Rolle, die der Künstler täglich spielt. Den Luftstrom, den er durch das Instrument bläst, erfährt er als Linie, eine Seduktion des Klangs und Quelle der Inspiration. So entstanden Frisurenbilder, bei denen die einzelnen Strähnen streng parallel wie die Linien auf Notenblättern angeordnet sind und sich zu den herrlichsten Frisuren auftürmen. Einem grafischen Selbstporträt gleich kommt das Blatt, auf dem eine Hand mit zum Zeichnen angesetztem Pinsel sich an einem Arm befindet, der sich wie ein Band beim Kunstturnen in kunstvollen Schleifen windet. Das Blatt gehört wiederum zu einer ganzen Serie von Figurenbildern, in denen die Gliedmaße und Körper variationsreich Musik übersetzen. Und es wird deutlich, warum der Künstler sich mit einem kriechenden Tier verglich, immer wieder selbst überrascht über die Eingebungen, mit denen er dem Betrachter eine überreiche Fantasie an Imaginationen vorführt.

Julien Roux (geb. 1978 in Salanches, Frankreich) studierte in der Klasse von Annette Messager an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris. 2004 erhielt er ein Diplom mit Auszeichnung sowie den Collin Lefranc-Preis für gegenständliche Malerei. Während seiner Reisen nach China, Südkorea, New York und Israel entstanden viele seiner Zeichnungen, wobei jeder Ort sein Werk auf besondere Weise prägte. Seit 2013 lebt und arbeitet der Künstler in Tel Aviv.

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 Julien Roux, “NAVIGUER À VUE”. From Tel Aviv to Hamburg.
Drawing and Wall Painting

Opening Reception: Friday, June 11, 2021, from 5 p.m. without appointment and test in compliance with the Corona regulations (as only 3 people can be in the gallery, there may be waiting times)
Private View: Thursday, June 10, 2021 (by appointment only)

Duration till July 31, 2021

Naviguer à Vue, Sailing on Sight, an exhibition with drawings, cartoons and monumental wall paintings on the front wall of the gallery, on the one hand picks up on moments of the lifestyle that has prevailed for a year, such as the 4-part work FEAR (drawing 29.7 x 21 cm , ink on paper) shows the viewer: People are neatly in boxes and all looking in one direction are literally stacked, whereby the boxes turn out to be houses on closer inspection. The work is part of a series which, in the multitude of sheets, refers to the other aspect of the title, namely the act of drawing itself. According to Julien Roux, the draftsman can be compared to an animal that keeps crawling on the ground to discover things that end up merging into series.

 These also include the “Wandering Jews”, black and white on white paper, an old image that refers to the fate of the Jews as a wandering people. It expresses an attitude towards life, especially in the life of the artist, who is an atheist, but has lived in Israel for 13 years, namely that of unsteady wandering, the urge to wander, but sometimes also the inability to really do it, as expressed through plants in the drawings sprouting from the knees.

Recurring themes in the exhibition are music, dance, animals. The series of fishes arose from the same idea as his botanical studies, only that they are less a question of graphic translations than a painterly approach to typology. The drawings with a brush on rice paper reveal the beauty, character, speed and hypersensitivity of these animals, observed by Roux during dives.

 The subject of music is always more or less present. The trumpet, which the artist plays on a daily basis, plays a particularly important role. He experiences the flow of air that he blows through the instrument as a line, a seduction of sound and a source of inspiration. This is how hairstyle pictures were created, in which the individual strands are arranged strictly parallel like the lines on sheet music piling up to create the most wonderful hairstyles. The sheet of paper is like a graphic self-portrait, on which a hand with a brush set for drawing is on an arm winding in artistic loops like a ribbon during artistic gymnastics. The sheet, in turn, belongs to a whole series of figure paintings in which the limbs and bodies translate music in a variety of ways. And it becomes clear why the artist compared himself to a crawling animal, repeatedly surprised by the inspirations with which he offers the viewer an abundant fantasy of imagination.

Julien Roux (born in 1978 in Salanches, France) studied in the class of Annette Messager at the École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris. In 2004, he received his diploma with honors and was awarded the Collin Lefranc Prize for figurative painting. He produced a large number of drawings in the course of his travels to China, South Korea, New York, and Israel, whereas each place influenced his work in its specific manner. Since 13 years he is residing and working in Tel Aviv, Israel.