2004 „Look at me“ – Barbara Petzold

Vernissage: 17. Juni 2004, 19-21 Uhr
Dauer der Ausstellung: 18. Juni bis 22. August 2004.

Die junge Künstlerin Barbara Petzold, die letztes Jahr ihr Studium an der Düsseldorfer Akademie beendet hat, führt in ihrer Malerei in rätselhafte, häufig geheimnisvolle Bildwelten. Sie entstehen, indem sie ihre Figuren – in der Regel Frauen –  in meist unkonkrete, nur andeutungsweise überblickbare Bildzusammenhänge stellt. Sie baut ihre Szenerien in vielen, sehr dünnflüssigen Ölschichten auf, übermalt Körperteile gelegentlich auch wieder mit der Hintergrundsfarbe, wodurch sie verschwommene, atmosphärisch eindringliche Situationen von auffallender Tiefe schafft.
Die Szenen sind unspektakulär und lassen Raum für vielfältige Assoziationen. Sie sind Alltag und wirken dennoch verfremdet. Eine Frau steht im Badezimmer, eine Frau blickt in einen Spiegel oder sitzt auf einer Küchenbank. Titel wie „Frau mit Apfel“, „Frau mit Wasserkästen“ unterstreichen das Allgemeingültige der Bilder. Symptomatischer Weise geht die Künstlerin nicht von Zeichnungen, Fotografien oder etwa vorgefundenem Bildmaterial aus. Es sind Momente und überwiegend Lichterfahrungen, die Eindrücke in ihrem Gedächtnis hinterlassen haben: ein Autoscheinwerfer, der die Umrisse einer Prostituierten in nebliger Nacht streift, schwitzende Gestalten in einem Zugabteil, gleißendes, flirrendes Sonnenlicht am Strand oder Lichtbrechungen im Wasser. Die Gestalten bleiben anonym. Doch sind sie in einen Bildaufbau eingebunden, der sie stets als Schauobjekt begreift. Es geht um Weiblichkeit und  Verführung, dem häufig ein Hauch von Melancholie und Einsamkeit beigemischt scheint.