2003 „Concrete Age“/“Projekt Tür“ – Stefan Kiess, Claudia Hoffmann, Llaura I. Sünner

Fotografie und Skulptur von Stefan Kiess und Claudia Hoffmann
Wandobjekte von Llaura I. Sünner

Vernissage: 12. Juni 2003, 19.00 – 21.30
Dauer der Ausstellung: 13. Juni – 28. August 2003

Beton gilt als der meistgebrauchteste Werkstoff in den Bauten unseres Jahrhunderts. Dabei ist seine Konnotation durchaus zwiespältig. Beton steht für „Ewigkeit“, Sicherheit, grenzüberschreitende architektonische Lösungen und entsprechend für Fortschritt. Aber auch für Brutalität oder schlicht: Probleme der Entsorgung. Die Künstler Stefan Kiess und Claudia Hoffmann zeigen Qualitäten des Werkstoffes auf, die wir nicht originär mit ihm in Verbindung bringen, ja die diesem geradezu widersprechen. Die serielle Aneinanderreihung einzelner, eher organisch-pflanzlicher als geometrischer Formelemente in der Skulptur Claudia Hoffmanns laufen ins Leere, schaffen offene Zustände und Denkräume. Bei Stefan Kiess ist die Grenze zur Abbildung soweit überschritten, dass auch das Sujet Beton nur noch indirekt im Bild in Linien, Oberflächenstrukturen, Lichteffekten und gebauten Räumen wirkt, jedoch emotional aufgeladen und in neuen ästhetischen Zusammenhängen. Der ursprünglich von der Architekturfotografie kommende Künstler, der sich immer vornehmlich mehr für die Struktur von Bauten als ihr Abbild interessierte, befasst sich hier erstmals mit einem Thema wie „Identität“ im Beton-Zeitalter.

Auf der Empore wird mit dem Projekt „Tür“ von Llaura Sünner Filz als Werkstoff Beton gegenübergestellt. Die atmosphärische Wahrnehmung im Rahmen der Ausstellung „Concrete Age“ profiliert surreale und psychedelische Effekte. Architektur, die schliesslich erst durch Türen begehbar wird, mündet in chaotischen Vorstellungen von „Innen“, „Aussen“ und „Draussen“.

Zur Ausstellung ist ein Programmheft erschienen.